Sammelbox für alte Handys im Kirchenbüro

Scheeßel, 23. März 2021

Alte Geräte aus der Schublade holen

Evangelische Jugend stellt Sammelboxen für Handys, Smartphones und Tablets auf

Bewusst digital sein – so lautet das Motto in der vierten Woche der Klimafastenaktion. Viele Jugendliche im Kirchenkreis Rotenburg beteiligen sich daran. Die jungen Leute machen sich beispielsweise bewusst, wie viele Stunden sie eigentlich jeden Tag online sind und überlegen, wie sie diese Zeit sinnvoll reduzieren könnten.

„Allein eine halbe Stunde Serien-Streaming verursacht etwa 1,6 Kilogramm CO2. Das ist so viel wie eine kurze Autofahrt“, erklärt Mirco Sieburg. Der 18-Jährige absolviert gerade ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) im Kirchenkreisjugenddienst in Rotenburg und unterstützt Kreisjugenddiakon Werner Burfeind bei der Umsetzung von Aktionen und Veranstaltungen rund um das Klimafasten.

Im Zusammenhang mit der Themenwoche „Bewusst digital sein“ will die evangelische Jugend jetzt aktiv werden und an verschiedenen Orten Sammelboxen für Handys, Smartphones und Tablets aufstellen. Auch alte Ladegeräte und Akkus können dort mit abgegeben werden. „Die Nutzungsdauer von Handys liegt in Deutschland bei nur eineinhalb bis zwei Jahren. Danach landen die meisten Geräte in der Schublade. Das ist eine große Ressourcenverschwendung“, sagt Sieburg. Fast 200 Millionen Stück waren es allein im Jahr 2020 in Deutschland. Die Geräte aus den Sammelboxen sollen ganz oder in Teilen wiederverwendet werden.

Sammelboxen stehen in vielen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Rotenburg. Eine ist auch in Scheeßel zu finden. Sie ist während der Gottesdienste in der St.-Lucas-Kirche aufgestellt und zu allen Öffnungszeiten des Kirchenbüros.

„Diese Aktion wird nicht mit der Fastenzeit zu Ende sein“, sagt Burfeind. Der Diakon freut sich, dass die Jugendlichen angeregt durch die Klimafastenaktion Impulse setzen. Der Erlös aus der Handy-Sammelaktion soll zwei Projekten der Ev.-luth. Missionsgesellschaft Hermannsburg in Südafrika und Brasilien zugute kommen. Beide Projekte stehen in engem Zusammenhang mit der Handyherstellung.

In Südafrika beispielsweise haben mehr als eine Million Flüchtlinge aus dem Kongo Asyl beantragt. Sie sind aus ihrem Land geflohen, weil sich dort Milizen erbitterte Kämpfe um wertvolle Bodenschätze zur Handyherstellung wie Gold, Kupfer und Coltan liefern. In Brasilien geht das Geld an Überlebende eines Dammbruchs, der sich bei einer Mine ereignete. Sie produziert Eisenerz für die Handyherstellung.