26. Juni: Einfach vorbeikommen und heiraten

Scheeßel, 19. April 2026

Paare können sich spontan trauen lassen oder einen Segen erhalten

Einfach heiraten – ohne großen Aufwand, ohne riesige Gästeschar und ohne große Feier mit Tanz und Büfett. Für manche ist das unvorstellbar. Für andere hingegen ist das eine sehr schöne Vorstellung. „Da sind im Laufe der Jahrhunderte Traditionen entstanden, die mit der eigentlichen kirchlichen Trauung gar nichts zu tun haben“, sagt Hartmut Nack, Pastor in Scheeßel.

Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Kirchengemeinden im Kirchenkreis Rotenburg beteiligt er sich an der Aktion „einfach heiraten“ der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Am Freitag, 26. Juni, können sich Paare an vielen Orten in Deutschland kirchlich trauen lassen oder auch einfach als Paar einen Segen erhalten, ohne sich vorher anmelden zu müssen und ohne großes Aufgebot. Im Kirchenkreis Rotenburg stehen Pastorinnen und Pastoren in und an den Kirchen in Scheeßel, Brockel und Visselhövede bereit, sowie an verschiedenen Plätzen im NABU Mitmach- und Erlebnisgarten am Hartmannshof in Rotenburg wie zum Beispiel in der Baumkirche.

„Man kann kommen – so, wie man ist. Nur zu zweit, oder auch mit Freunden oder Familie“, sagt Mathias Wohlfahrt, Pastor in Visselhövede. Seine Frau, Pastorin Elisabeth Rosenfeld, hat diese neue Form der Trauung bereits im vergangenen Jahr mit einem Team von Ehrenamtlichen erprobt. 18 Paare waren gekommen. „Es waren sehr berührende und dichte Momente dabei“, sagt Rosenfeld.

Die Paare – auch gleichgeschlechtliche – benötigen für eine kirchliche Trauung lediglich ihre standesamtliche Trauurkunde und einen Ausweis. Eine der beiden Personen muss zudem Mitglied in der evangelischen Kirche sein.

Wer seine Partnerschaft segnen lassen möchte, benötigt das alles nicht. „Manche haben einen besonderen Hochzeitstag gehabt oder eine Ehekrise überstanden und möchten einfach einen Segen“, sagt Kathrin Frost, Diakonin in den Rotenburger Werken. Zusammen mit den Pastorinnen und Pastoren aus allen Kirchengemeinden in Rotenburg wird sie an verschiedenen Orten im NABU Mitmach- und Erlebnisgarten am Hartmannshof für die Paare da sein. „Der ganze Hartmannshof ist darauf eingestellt und das Hofcafé hat eigens einen Hochzeitsteller kreiert“, freut sich die Diakonin. Auch an den anderen Orten im Kirchenkreis werden die Paare willkommen geheißen. In Brockel beispielsweise ist ein Zelt aufgebaut. Dort werden Sekt und Häppchen angeboten. Eine Fotografin macht – wenn gewünscht – Bilder.

Vor der Segnung/Trauung nehmen sich die Pastorinnen und Pastoren Zeit für ein Gespräch mit den Paaren. Es wird ein Bibelwort ausgesucht, das anschließend Teil der persönlichen Ansprache wird. „Wer schon Worte hat, die einbezogen werden sollen, kann sie gern mitbringen“, sagt Christian Wietfeldt, Pastor in Brockel. Er empfiehlt Paaren, die jetzt schon wissen, dass sie kommen möchten, sich vorher anzumelden. „Das vermeidet Wartezeiten.“ Es geht aber auch ganz spontan.