Johanna Schröder startet durch

Scheeßel, 24. August 2021

Einführungs-Gottesdienst von Pastorin Johanna Schröder am 5. September

Am Sonntag, 5.9., findet um 14 Uhr der Einführungs-Gottesdienst von Pastorin Johanna Schröder in der St.-Lucas-Kirche Scheeßel statt. Superintendent Dr. Michael Blömer aus Rotenburg wird Pastorin Schröder in ihre Aufgabe einführen. Die Predigt wird Pastorin Schröder dann übernehmen.

 

Steckbrief:

Name: Johanna Schröder

Alter: 54 Jahre

Familienstand: Geschieden, zwei erwachsene Töchter im Studium

Lieblingsgericht: Der gute Spinat mit dem Blubb

Lieblingsfarbe: blau

Hobbys: Blockflöte, Singen, Lesen

Besondere Eigenschaft: Lernen Sie mich kennen und sagen Sie es mir……

Ziele: Von Neßmersiel nach Norderney wandern

Stelle: 50 % Gemeindepastorin in Scheeßel und 50 % Beauftragte für LektorInnen und PrädikantInnen im Sprengel Stade. (Da biete ich Fortbildungen für Ehrenamtliche an, die Gottesdienste gestalten.)
 

 

Wo sind Sie aufgewachsen, und wurde Ihr Glauben Ihnen bereits in die Wiege gelegt?

Ja, ich bin tatsächlich in einer Pastorenfamilie aufgewachsen. Insofern bin ich im und mit dem Glauben aufgewachsen. Geboren bin ich an der Nordsee in Büsum. Dann wechselte mein Vater nach Rotenburg/W., dort bin ich zur Schule gegangen. Meine Eltern sind für ihre letzte Stelle nach Stade gezogen, dort leben sie bis heute.
 

Wie kam es, dass Sie Pastorin werden wollten, und wann wussten Sie, dass das richtig für Sie ist?

Als Kind und Jugendliche habe ich viel Kirchenmusik gemacht. Ich war in der Kinder- und Jugendkantorei und mit 15 auch in der Kantorei aktiv. Ich habe es damals sehr bedauert, dass ich nicht musikalisch genug war, um Kirchenmusikerin zu werden. Dann habe ich tatsächlich noch lange über ein Medizinstudium nachgedacht. Nach dem Abitur habe ich ein diakonisches Jahr im Seehospiz auf Norderney absolviert, dort hatten wir unter den „Diakonischen“ und den Zivis viele Gespräche über den Glauben. In diesem Jahr ist mein Wunsch gewachsen, mich intensiver mit Theologie auseinander zu setzen.
 

Wissen Sie Ihren Konfirmationsspruch noch, und verraten Sie ihn uns?

Wir haben damals unseren Spruch gelost, und ich hatte Losglück: Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen (Matthäus 5,9). Frieden stiften, Ausgleich und Kompromisse suchen, immer wieder ins Gespräch gehen, das ist mir wichtig.
 

Wie sind Sie nach Scheeßel gekommen?

Es wird meine dritte Stelle sein. Ich war 12 Jahre Dorfpastorin in Vehrte bei Osnabrück und danach 11 Jahre an der Berufsschule in Syke. Diese Stelle war befristet, und es wuchs der Wunsch, wieder in der Gemeinde zu arbeiten. Gleichzeitig war ich die ganze Zeit Beauftragte für LektorInnen und PrädikantInnen im Kirchenkreis, so hat mich die Verbindung von 2 halben Stellen mit diesen beiden Schwerpunkten gereizt.
 

Was bedeutet es für Ihre Familie, dass Sie Pastorin sind? Wie geben Sie Ihren Glauben an Ihre Kinder weiter?

Die letzten Wochen habe ich intensiv mit meiner Tochter für ihre mündliche Abiturprüfung in Religion geübt. Es ist spannend, mit erwachsenen Kindern theologische Gespräche zu führen und zu diskutieren z.B. über Befreiungs-Theologie oder Themen wie Gott und Leid.
 

Haben Sie jemals an Ihrem Glauben gezweifelt, und wie haben Sie diese Krise dann überwunden? Wie leben Sie Ihren Glauben Zuhause aus?

Wenn ich überlege, welches Verb für mich am besten zum Glauben passt, dann ist es das Verb „suchen“. Glauben hat für mich wenig mit dem Verb „haben“ zu tun. Ich suche nach Wahrheit und Sinn. Ich suche nach Gespräch und Auseinandersetzung in der Bibel und mit anderen Menschen. Ich versuche die Welt mit einer lebensfördernden Brille zu betrachten. Ich bin begeistert und fasziniert von dieser lebenslangen Suche. Finden erlebe ich gelegentlich in der Musik. Lieder kommen mir in den Sinn und begleiten mich. Sie schwingen in mir und bieten ein seelisches Fundament. Am liebsten lebe ich meinen Glauben im Gesang.
 

Beruf oder Berufung? Was ist das Besondere an Ihrem Beruf? Wie gehen Sie damit um, immer für andere da zu sein? Ist das manchmal auch belastend für Sie? Und wer ist eigentlich für Sie da?

Für mich ist „Pastorinsein“ tatsächlich eine Lebensaufgabe. Ich lebe Pastorin. Dazu gehören die Aufgaben in der Gemeinde, dazu gehören Freiraum und Hobbys für mich. Es ist ein Beruf, in dem ich für andere Menschen da bin, aber mindestens genauso häufig erlebe ich es, dass ich mit den anderen Menschen zusammen unterwegs bin. Zusammen singen, beten, diskutieren. Aus dieser Gemeinschaft ziehe ich Kraft. Ich sehe mich auch nicht als diejenige, die für Menschen da ist, in dem Sinne, dass ich wüsste, was für andere gut oder richtig ist. Das weiß nur jede und jeder selbst. Die Menschen hier in Scheeßel bestimmen, wo es langgeht und ich begleite, öffne, ermögliche und höre zu.

Glücklicherweise habe ich Familie, Freundinnen und Freunde, aber auch Supervision, das ist hilfreich und professionell.

 

Kann man vom Pastorinsein Urlaub machen, und wo verbringen Sie den am liebsten?

Ich bleibe derselbe Mensch im Urlaub. Ich fahre am liebsten an die Nordsee, gerne auf eine Insel. Am Meer genieße ich die Weite und die Macht des Wassers, sich klein und gleichzeitig groß und aufgehoben zu fühlen. Tatsächlich erlebe ich den Urlaub auch als Zeit, um in Ruhe „meinen“ Glauben zu leben, zu beten und zu lesen.

 

Was wünschen Sie sich von Ihrer neuen Gemeinde? Welche Themen/Schwerpunkte liegen Ihnen in Bezug auf Ihre Arbeit am Herzen?

Ich möchte mich gemeinsam mit Ihnen auf den Weg machen. Ich wünsche mir Menschen als Gegenüber und PartnerInnen, damit wir zusammen schauen können. Ich wünsche mir vertrauensvolle Zusammenarbeit. Und das bedeutet für mich, gemeinsam das Beste für alle Menschen hier vor Ort zu suchen. Als ehemalige Schulpastorin ist mir eine Zusammenarbeit mit den Schulen ein Herzensanliegen.

Kontakt

angelika witt
Angelika Witt
Tel.: (04263) 1468